Wo beginnt Verantwortung
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Immer, wenn Menschen Schlimmes zustößt, suchen sie nach einer Ursache, einem Verantwortlichen, einem Schuldigen. Und wenn man ihn gefunden hat, wird er bestraft, ausgegrenzt und manchmal ausgemerzt.
Unser Strafrechtssystem beruht auf der Annahme einer unmittelbaren Verantwortung, die jedoch immer nachgewiesen werden muss. Hat der Mensch bewusst und vorsätzlich gehandelt oder im Affekt oder versehentlich. War er sich der Folgen seines Handeln bewusst und hätte wissen müssen was passiert - oder waren die Folgen schicksalhaft und zufällig. Immer muss eine unmittelbare Ursache-Wirkungsbeziehung zwischen der Handlung eines Menschen und den Folgen belegt werden können, um eine Strafe oder Maßnahme gegen den Verursacher zu rechtfertigen.
Mit zunehmendem Wissen über komplexe Ursache-Wirkungszusammenhänge schob sich die Idee der Prävention in den Vordergrund. Wenn ich weiß, dass ein bestimmtes Handeln schlimme Folgen hat, muss ich dann dieses Handeln nicht schon verhindern, bevor etwas passiert? Bin ich nicht verantwortlich, wenn ich trotzdem handle? Immer mehr Gesetze dienen dazu, Folgen präventiv zu verhindern. Das hat merkwürdige Folgen. Plötzlich wird von manch einem der Verstoß gegen präventive Gesetze gleichgesetzt mit der Verantwortung für die möglichen Folgen. Der Schnellfahrer ist bereits Mörder, wenn er schnell fährt und nicht erst, wenn er nachgewiesen einen Menschen überfahren hat. Der Film "Minority Report" spinnt diesen Gedanken konsequent weiter. Wir bestrafen den potentiellen Täter - nicht den tatsächlichen Täter.
Besonders perfide wirkt sich diese "präventive" Sicht auf bei der Beurteilung von Menschen aus anderen Kultur- und Religionskreisen aus. In der "Kopftuch-Debatte" wurde nie über das reale Verhalten und Handeln von Menschen gesprochen, sondern von dem potentiell Schlechten, dass mit dem Tragen eines Kopftuches assoziiert wurde: Intoleranz, Unterdrückung der Frau, religiöser Fanatismus. Das Kopftuch wurde zur Rechtfertigung all dieser Zuweisungen. Es war egal, ob eine konkrete, kopftuch tragende Frau im echten Leben freundlich, hilfsbereit und tolerant war - trägt sie ein Kopftuch war das Urteil gefällt.
Ein anderer Aspekt "präventiver" Urteile zeigte sich in der Corona-Krise. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Einzelner einen anderen anstecke ist statistisch sehr gering. Trotzdem wurden Menschen, die gegen Kontakteinschränkungen verstießen, von manchen wie vermeintliche Gewalttäter behandelt. Jeder Verstoß gegen präventive Regeln wurde streng getadelt, Polizisten schritten ein und Bussgeldkataloge wurden generiert. Ob dadurch unmittelbar ein Mensch gerettet wurde - der Nachweis ist unmöglich. Allein der Glaube zählt.
Andererseits sind wir sehr großzügig bei Handlungen, die uns selbst Vorteile bringen - auch wenn sie am anderen Ende der Welt oder in ferner Zukunft zu Leid und Schmerz führen. Wir lassen zu, dass unsere Politiker in fremden Ländern Kriege führen, dass unsere Wirtschaft in fernen Ländern von der Ausbeutung unwissender Menschen profitiert und wir verschwenden gedankenlos all die wertvollen Ressourcen, die uns die Natur bereitstellt - als gäbe es kein Morgen. Wie sieht es da mit unserer Verantwortung aus? Wo ist der Bussgeldkatalog gegen globale Verantwortungslosigkeit?
Kann man Eigenverantwortung erzwingen ?
In den pandemischen Zeiten des Jahres 2020 wird aller Orten Eigenverantwortung von den vermeintlich "Veranwortlichen" angemahnt und soll - da sich störische Individuen einfach nicht eigenverantwortlich verhalten wollen - erzwungen werden. Die Politik glaubt in ihrer Selbstüberschätzung allen Ernstes, sie sei verantwortlich für das Sterben durch Krankheit, sollte sie nicht massiv eingreifen und den Einzelnen an der Verantwortungslosigkeit hindern.
Aber wie wäre es mit einem anderen Vorgehen: der Staat informiert die Bevölkerung über die Risiken und Wahrscheinlilchkeiten unter den verschiedenen Lebensumständen - je nach Kenntnisstand und Erfahrungen und überlässt es den Menschen sich angemessen zu verhalten. Parallel schafft er die notwendigen Rahmendbedinungen, damit sich der Einzelne schützen kann und Infizierten geholfen wird - in Krankenhäusern, Quarantäneeinrichtungen oder zu Hause. Jeder Einzelne kann dann selbst entscheiden, ob er sich zurückzieht, ob und welche Risiken er eingeht. Das wäre tatsächliche Eigenverantwortung. Denn die beinhaltet auch die Möglichkeit, sich falsch zu entscheiden. Herr Spahn, Herr Kleber, Frau Merkel und all die Corona-Auguren mögen noch so ernst in die Fernsehkameras mahnen, sie halten das Sterben nicht auf. Ein Virus ist ein Virus ist ein Virus...und es ist der Zufall, der über Tod oder Leben entscheidet. Wenn alle Verantwortung tragen, trägt niemand Verantwortung.
Denken mit KI
ich habe den Text Claude vorgelegt und um eine erweiterte Analyse auf rechtswissenschaftlicher, moralphilosophischer und politischer Grundlage zu generieren. Mich interessierte, wo diese Gedanken ggf. andocken und wer sich sonst noch mit solchen Gedanken auseinandergesetzt hat. Hier das Ergebnis (unzensiert):
Datei:Wo beginnt verantwortung.pdfDer Text wurde mit Hilfe des LLM Claude erstellt. Der Aufwand für die Erstellung beschränkte sich auf die Vorgabe eines Textes aus diesem Wiki oder der Formulierung einer Frage und betrug ca. 0,5 h ohne Prüfung der Richtigkeit der Quellen.
Bitte beim lesen daran denken: Ideen, Formulierungen und stilistische Elemente sind nicht das Ergebnis eines individuellen künstlichen Geistes und seiner Welterfahrung, sondern die Aggregation aus den Werken von Millionen kluger, realer Menschen!
