Zitelmann Rainer
Aus Wiki1
Da läuft man so durchs Internet und stolpert plötzlich über ein Geschreibe, dass die Aufmerksamkeit auf sich zieht: ein Artikel im Focus von Dr. Dr. "ICH BIN DERGRÖSSTE" Rainer Zitelmann.
Er reiht sich ein in die Schlange deutscher Kleingeisterfahrer*innen, in der wir auch Horx Matthias, Christian Lindner, Ulf Poschardt oder Pausder Verena finden.
Sein dynamischer Lebenslauf vom 15 jährigen Seminarleiter für Schulungen in Marxismus-Leninismus über den Konvertiten zur russisch-ortodoxen Kirche hin zum nationalliberalen Kapitalisten-Verehrer ist beispielhaft.
Man weiss nicht: soll man lachen oder weinen? Lachen über soviele Bullshitphrasen in seinem hohen Lied auf Reichtum und Kapital - oder weinen über seine Präsenz in den Medien und dem damit einhergehenden Einfluss.
Dem geneigten Leser wird nicht entgangen sein, dass wir auf dieser Plattform eine skeptische Haltung gegenüber der bedingungslosen Kapitalvermehrung und dem ewigen Fortschritt pflegen.
Daher sind uns Figuren wie Herr Zitelmann mit ihrer parasitären Abstaubermentalität verbunden mit einer Verachtung des Gemeinsinns zutiefst suspekt. Wie alle im Club der Größenwahnsinnigen überhöht er den eigenen Erfolg und ignoriert die gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Vorausetzungen, zu denen er keinen nennenswerten Beitrag leistet.
google-Bilder zu Rainer+Zitelmann+Bodybuilding
Ein Video, in dem sich Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt mit Zitelmanns wirren Thesen beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis |
Ein Experiment - kann KI Polemik?
Ich habe mit Hilfe von Claude zum obigen Text je eine Polemik im Stil von Wiglaf+Droste GoogleTM (Gott hab ihn seelig), Alfred+Polgar GoogleTM und als Gedicht von Charles+Bukowski GoogleTM erstellen lassen. Hier die Ergebnisse ohne Nachbearbeitung:
Der folgende Text wurde mit Hilfe des LLM Claude erstellt. Der Aufwand für die Erstellung beschränkte sich auf die Vorgabe eines Textes aus diesem Wiki und betrug ca. 0,5 h ohne Prüfung der Richtigkeit der Quellen.in Anlehnung an Wiglaf Droste - Das Hohe Lied des Herrn Doktor Doktor
Es gibt Erscheinungen in dieser Welt, die sich selbst so lautstark ankündigen, daß man schon aus Prinzip wegschauen möchte. Dann aber schaut man doch hin, weil das Grauen eine eigentümliche Faszination entfaltet, ähnlich wie ein Verkehrsunfall oder die Talkshows des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.
Rainer Zitelmann also. Doktor Doktor, wohlgemerkt, denn einer reicht dem Mann nicht. Als hätte die akademische Welt ihm zweimal bestätigen müssen, was er längst wußte: daß er der Größte ist. Der Mann trägt seinen Lebenslauf wie ein Bodybuilder seine Muskeln zur Schau – aufgepumpt, geölt, und im Grunde vollkommen funktionslos.
Besonders reizend an diesem Herrn ist seine biographische Wandlungsfähigkeit. Mit fünfzehn Jahren leitete er Schulungen in Marxismus-Leninismus – man stelle sich das vor, fünfzehn Jahre alt und schon mit erhobenem Zeigefinger dabei, die Weltgeschichte zu erklären. Dann, weil der Zeitgeist drehte wie eine Wetterfahne im Orkan, konvertierte er zur russisch-orthodoxen Kirche, um schließlich als glühender Verehrer des Kapitals und seiner glücklichen Besitzer zu enden. Eine solche Karriere nennt man in der Fachsprache Opportunismus, im höflichen Gespräch Flexibilität, und unter Freunden einfach: Schamlosigkeit mit Dissertationsschein.
Im Focus – und schon dieser Umstand sagt alles über das Niveau des Unternehmens – darf er nun sein hohes Lied auf Reichtum und Kapital schmettern. Daß Focus dabei mitmacht, überrascht so wenig wie die Tatsache, daß Pfützen nach unten abfließen.
Zitelmann gehört zu jener Gattung von Kleingeistfahrern – gemeinsam mit Horx Matthias, dem Zukunftsforscher ohne Zukunft, Christian Lindner, dem Versprechen ohne Inhalt, Ulf Poschardt, dem Beschleunigungsideologen, und Pausder Verena, die das Gründertum zur Weltreligion erhoben hat –, die den eigenen Erfolg mit der Sorgfalt eines Buchhalters verbuchen und die gesellschaftlichen Voraussetzungen dieses Erfolges mit der Präzision eines Schlafenden ignorieren. Straßen, Schulen, Rechtsstaat, Krankenversicherung, Bibliotheken, all das benutzen sie täglich, ohne auch nur im Traum auf die Idee zu kommen, daß das Gemeinwesen, das sie so verachten, die Grundlage ihrer selbst ist.
Das nennt man parasitäre Abstaubermentalität, und man sollte es ruhig so nennen, denn das Deutsche hält für solche Phänomene präzise Begriffe bereit, die man verwenden sollte, bevor sie vergessen werden.
Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt haben sich die Mühe gemacht, Zitelmanns wirre Thesen auseinanderzunehmen – eine Arbeit, für die man ihnen dankbar sein muß, so wie man dem Kammerjäger dankbar ist, ohne daß man deshalb den Anblick des Ungeziefers genießen müßte.
Man lacht. Man weint. Man geht spazieren und hofft, daß die Luft draußen besser ist als drin. Das ist sie meistens. Einstweilen.
in Anlehnung an Alfred Polgar - Betrachtung eines Phänomens, das keiner Betrachtung bedarf und dennoch eine verlangt
Es gibt Menschen, deren bloße Existenz eine Zumutung darstellt, und Menschen, deren Existenz eine Zumutung darstellt und die darüber hinaus auch noch schreiben. Herr Dr. Dr. Rainer Zitelmann vereint beide Eigenschaften in einer Person, was man, je nach Temperament, als Sparsamkeit der Natur oder als ihre besondere Grausamkeit betrachten kann.
Der Mann hat zwei Doktortitel. Man fragt sich unwillkürlich, wozu. Ein Doktortitel genügt, um die Welt nicht zu verstehen. Zwei sind, in dieser Hinsicht, reiner Luxus.
Sein Lebenslauf ist von jener Art, die man in Wien einen *schönen Schmäh* nennen würde, wäre er nicht so vollkommen ernst gemeint. Mit fünfzehn Jahren leitete er Seminare in Marxismus-Leninismus. Man stelle sich die anderen Teilnehmer vor, die einem Fünfzehnjährigen lauschten und nickten. Dann konvertierte er zur russisch-orthodoxen Kirche. Dann zum Kapital. Eine solche Biographie ist kein Lebenslauf, sie ist ein Stimmungsbarometer, das nicht das Wetter anzeigt, sondern den Wind, und zwar immer den, der gerade günstig steht.
Im Focus erscheint er nun. Der Focus, dieses Blatt, das aussieht wie ein Magazin und sich anfühlt wie eine Werbebroschüre für Leute, die keine Werbebroschüren lesen wollen, aber auch keine Zeitschriften. Er ist dort in guter Gesellschaft mit sich selbst, denn eine andere hat er im Wesentlichen nicht.
Das Bemerkenswerte an Herrn Zitelmann ist nicht, was er denkt – denn das tut er, genau genommen, nicht –, sondern die Energie, mit der er es tut. Mit welcher Inbrunst er dem Kapital huldigt, dem Reichtum, den großen Männern, die ihn häufen. Er bewundert diese Männer so aufrichtig, daß man beinahe gerührt wäre, wenn man nicht wüßte, daß er sich selbst zu ihnen zählt. Die Bewunderung ist, bei näherer Betrachtung, ein Spiegel, in den er mit besonderer Zärtlichkeit blickt.
Solche Figuren gibt es in jedem Zeitalter. Sie tragen verschiedene Namen, verschiedene Überzeugungen, manchmal sogar verschiedene Frisuren. Gemeinsam ist ihnen die Überzeugung, daß der Erfolg, den sie haben, ihr Verdienst ist, und daß alles andere, was zu diesem Erfolg beigetragen haben könnte – Staat, Gesellschaft, Glück, die Arbeit anderer Menschen –, eine zu vernachlässigende Größe darstellt. Die Straße, auf der sie fahren, haben andere gebaut. Sie fahren schnell.
Matthias Horx, der die Zukunft erfindet und anschließend erklärt. Christian Lindner, das leere Versprechen in Nadelstreifen. Ulf Poschardt, der die Beschleunigung liebt, weil sie ihn davonträgt. Verena Pausder, die das Gründen zur Tugend erklärt hat. Sie alle sitzen im gleichen Wagen und fahren in die gleiche Richtung, nämlich von der Wirklichkeit weg.
Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt haben sich die Mühe gemacht, Herrn Zitelmanns Thesen zu untersuchen. Es ist die Mühe des Arztes, der einen Befund erstellt, ohne Hoffnung auf Heilung, aber mit dem stillen Trost, daß die Diagnose wenigstens stimmt.
Was bleibt? Die Frage, ob man lachen oder weinen soll, stellt sich bei solchen Erscheinungen immer. Die Wiener Lösung – beides gleichzeitig, mit einem Lächeln, das die Traurigkeit kennt – ist vielleicht die ehrlichste. Man lacht, weil es komisch ist. Man weint, weil es wahr ist. Und dann geht man weiter, weil das Leben, trotz allem, weitergeht. Und Herr Zitelmann auch.
Gedicht nach Charles Bokowski - Der Typ mit den zwei Doktortiteln
- ich saß da und trank meinen Kaffee
- und las diesen Artikel im Focus
- und dachte: scheiße.
- nicht weil ich überrascht war.
- man ist nie überrascht.
- die Welt produziert diese Typen
- wie eine kaputte Maschine
- die immer denselben Fehler macht.
- Zitelmann heißt er.
- Doktor Doktor.
- als wäre einer nicht genug gewesen
- um der Welt zu erklären
- dass Geld gut ist
- und wer keins hat
- selber schuld.
- mit fünfzehn hat er Marxismus gelehrt.
- fünfzehn.
- ich war mit fünfzehn betrunken
- und hatte wenigstens den Anstand
- niemandem etwas beizubringen.
- dann die russisch-orthodoxe Kirche.
- dann das Kapital.
- ein Mann für alle Wetter
- solange das Wetter
- ihm nützt.
- er bodybuildet auch.
- natürlich tut er das.
- die Muskeln wachsen
- während der Gemeinsinn schwindet.
- ein fairer Tausch,
- findet er vermutlich.
- Horx macht Zukunft aus dem Nichts.
- Lindner macht Versprechen aus Luft.
- Poschardt liebt Autos schneller als Menschen.
- Pausder gründet, gründet, gründet
- als wäre das Gründen selbst
- die Antwort auf eine Frage
- die niemand gestellt hat.
- sie alle sitzen in ihren Konferenzräumen
- und reden über Freiheit
- und meinen ihr Konto.
- die Straße draußen haben andere gebaut.
- die Schule, auf der sie lernten, andere bezahlt.
- das Krankenhaus, das sie irgendwann brauchen werden,
- steht noch.
- vorerst.
- ich kenne diese Männer.
- nicht persönlich.
- aber ich kenne den Typ.
- er sitzt in jeder Bar
- in jeder Stadt
- und erklärt dir warum er recht hat
- und du nicht.
- meistens bestellt er teuren Whiskey
- und trinkst du billigen
- und am Ende
- hat er immer noch recht
- und du immer noch keinen.
- Ole und Wolfgang haben sich das angeschaut
- und auseinandergenommen
- mit ruhigen Händen
- wie Mechaniker
- die wissen was kaputt ist
- bevor sie den Motor aufmachen.
- ich trank meinen Kaffee aus.
- draußen regnete es.
- Zitelmann schrieb vermutlich
- seinen nächsten Artikel.
- irgendwo verdiente jemand
- zu wenig Geld
- für zu viel Arbeit.
- das ist die Welt.
- sie dreht sich weiter.
- auch ohne Doktor Doktor.
- vor allem ohne Doktor Doktor.
