Technik und Demokratie

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Wie Technik die Gesellschaft beeinflusst

Das Technik die Entwicklung des Menschen und damit auch die Art zu leben massiv beeinflusst, steht außer Frage: kaum ein großes geschichtliches Ereignis, dass ohne assistierende technische Hilfsmittel stattgefunden hätte. Die Art und Weise, wie Technik Einfluss auf unsere Entwicklung und auf die Gesellschaft nimmt, ist dagegen schwer zu beschreiben. Sicherlich kann man eine gegenseitige Wechselwirkung annehmen: bestimmte gesellschaftliche Rahmenbedingungen fördern die Entwicklung und Ausbreitung bestimmter Techniken und umgekehrt. Deshalb wäre es wichtig, die Bedingungen für mögliche Einflüsse zu kennen. Welche Technik fördert welche Gesellschaft? Passen Riesenstauseen und Kernfusion zu pluralistischen Gemeinschaften - oder erfordern sie Zentralismus und Uniformität? Wie verteilt sich Macht, wenn Produktionsanlagen nur noch von Großinvestoren finanziert werden können? Und was geschieht mit Meinungsvielfalt, wenn sich Medienerzeugnisse nur noch mit teurem Equipment produzieren lassen? Die Entscheidung für oder gegen eine Technik ist immer auch eine Entscheidung über unsere gesellschaftliche Zukunft.

Anforderungen und Voraussetzungen für eine "demokratische" Technik

Setzen wir einmal stillschweigend voraus, dass ein demokratisches Gesellschaftssystem für die meisten Menschen erstrebenswerter ist - wobei mit "demokratisch" mehr als ein bloßer regelmäßiger Wahlformalismus gemeint ist. Welche Anforderungen muss Technik erfüllen, damit sie diese Form des Zusammenlebens unterstützt und nicht unterminiert. Hier ein paar Vorschläge:

  1. Sie muss offen für Anpassungen und Änderungen sein. Einmal getroffene Entscheidungen müssen ohne Gefahr für die Gesellschaft zurückgenommen werden können, wenn sie sich als uneffektiv oder schädlich erweisen.
  2. Sie darf nicht dem "Alles oder Nichts"-Prinzip folgen. Es muss immer Auswege geben, falls etwas nicht klappt.
  3. Sie muss ausreichend Optionen zulassen. Die Zukunft ist offen - deshalb sollten immer Alternativen möglich sein.
  4. Sie muss in weiten Grenzen skalierbar sein. Technik die nur im Großen funktioniert zwingt zur Größe und verhindert Vielfalt.
  5. Die Menschen müssen die Technik verstehen - und deren Konsequenzen begreifen. Ohne das notwendige Wissen können die Menschen nicht über Technik entscheiden.
  6. Technik muss den Menschen zugänglich sein. Technik darf nicht nur exklusiven Gruppen nützen.

Die Unverbesserlichen

Tatsächlich wird die Welt der Technik aber von ganz anderen Rahmenbedingungen geprägt. Viele (besonders ältere) Wissenschaftler und Ingenieure wurden in einem Umfeld sozialisiert, in dem man große, zentralistische und "mächtige" Technik bevorzugte. Diese Technikergeneration ist deshalb fest im Glauben an die Beherrschbarkeit der Welt (und der Menschen) durch Technik verwurzelt. Dementsprechend vehement wehren sie sich gegen die neuen Strömungen in unserer Gesellschaft, die sich seit den 70ger Jahren immer stärker verbreitet haben: dezentrale Konzepte, Nachhaltigkeit, Natürlichkeit als eigenständiger Wert - all das ist ihnen zutiefst suspekt.

Sie können nicht begreifen, dass Menschen freiwillig auf Kernenergie, Transrapid und Autobahnen verzichten wollen. Dabei stellen sich diese altbackenen Technokraten bevorzugt als "neutrale" und "sachliche" Fachleute dar, die den idiologisch geführten Diskussionen entgegentreten möchten. Tatsächlich beschränken sie sich auf die Erörterung der rein technischen Sachverhalte - blenden aber dabei immer die eigentliche Ausgangsposition aus: die Frage nach der Entscheidungsfreiheit. In einer freien Gesellschaft hat jeder das Recht, gegen Kernenergie zu sein - im Zweifel auch ohne irgend einen konkreten Grund! Natürlich hat der Verzicht Konsequenzen. Aber wenn Menschen bereit sind, diese Konsequenzen zu tragen - wo ist das Problem!

Ein Beispiel für diese Art unverbesserlicher Technokraten bietet die Web-Site http://www.buerger-fuer-technik.de/body_rot-grune-technik-traumereien.html.

Weiterführende Informationen

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