Perfide Kritik an demokratischen Gesellschaften
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Das Leid der Gierigen
2023 und 2024 erhebt sich ein grosses Jammern ob der schlechten Regierungsführung in Deutschland und der "Regulierungswut" in Europa.
Umsätze brechen ein und das Wachstum geht zurück.
Die Welt wird von Krisen gebeutelt und die Herr*innen in den Chefetagen klagen.
Hierzu ein paar Anmerkungen:
- Die Welt, wie sie heute ist, ist das Ergebnis aller vorangehenden Entscheidungen. Damit sind auch die Wirtschaftslenker*innen mitverantwortlich für die Gegenwart! Scheint, sie waren doch nicht so clever wie sie dachten.
- Opfer und Einsatz fordern bei anderen ist billig. Fangt bei euch selbst an: reduziert eure Renditeerwartungen und eure Boni! Kümmert euch um die Gesellschaft und nicht um euer Ego.
- Wenn ihr die Lösung aller Probleme kennt, dann überzeugt anstatt andere zu beschimpfen.
- Warum besteht bei euch die Lösung immer in neuen Geschäften mit neuem Zeugs für alte Probleme , Steuererleichterungen, Fördermitteln und anderen Privilegien, die ihr braucht, um eure Unternehmen anständig zu führen?
- Wenn's euch hier nicht passt, geht doch nach China!
Zitate aus der Wirtschaft
Jetzt wittern die Helden der Wirtschaft Morgenluft und kriechen aus ihren Vorstandshöhlen. Die Ober-Checker, die ihr Leben lang an den Schalthebeln der Wirtschaftsmaschine rumfummeln durften, klagen darüber, dass sie nicht mehr läuft.
Theodor Weimer, Vorstand deutsche Börse, aus The Europaen, 7.6.2024 "Die Zeiten, wo man gesagt hätte: „Redet doch bitte Deutschland nicht schlecht“, it’s over, s’isch over, würde der Wolfgang Schäuble gesagt habe: „S’isch over.“ Ja? Wir müssen der Realität ins Auge blicken, und wir müssen uns auf unsere Tugenden wieder besinnen, und da gehört auch ein bisschen Fleiß dazu. Ja? Was wir angerichtet haben mit dieser Work-Life-Balance-Geschichte, was wir angerichtet haben mit Home-Office, darüber können wir gleich diskutieren. Ich danke Ihnen."
Die Welt wird immer leistungsfähiger – und Deutschland fällt zurück
Welt, 04.06.2024
Faul, ängstlich und ohne Ehrgeiz – der Staatsfonds-Star erklärt Europas Niedergang
Welt, 2.5.2024 über Nicolai Tangen, norwegischer Staatsfondmanager
18.12.2023 – 12:46
Finanzierung.com
Weiter so wird uns Wohlstand kosten Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen kritisiert Förderpolitik der Bundesregierung und warnt vor Abstieg des Standorts Deutschland
Nikolas Stihl, Chef des gleichnamigen Motorsägenherstellers, kritisiert die deutsche Energiewende-Politik massiv. Er sieht Fehler in der Vergangenheit und blickt mit großer Skepsis in die Zukunft. Die Atomkraftwerke hätten nicht abgeschaltet werden dürfen, sagt er.
27.12.2022, 12.17 Uhr Manager Magazin
Viele Unternehmer klagen über zu hohe Energiepreise, zu viel Bürokratie, fehlende Wertschätzung. Einer von ihnen: Stefan Messer (68), Chefaufseher des gleichnamigen Industriegase-Herstellers (4,2 Milliarden Euro Umsatz).
Messers Vorwurf: Die Minister der Ampel-Regierung sind zu unerfahren, um Deutschland gut durch die Krise zu steuern. „Es sind Politiker mit wenig Erfahrung an der Macht“, so Messer im „Handelsblatt“.
Bild
Merkur.de 4.5.2024
Polen entwickelt sich zu einem Magneten für deutsche Unternehmen. Auch der Versandhändler Otto schließt sich dieser Entwicklung an. Für Deutschland dagegen wünscht sich der Unternehmer Otto eine bessere Stimmung. „Wir Deutschen neigen ohnehin eher zum Jammern und Klagen“, bemängelte er. Die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen sei besser als die Stimmung. Auf seinen Afrika-Reisen, wo er viel Armut sehe, würden die Menschen trotzdem „viel Fröhlichkeit“ zeigen.
Arbeitgeberchef attackiert die Ampel und kritisiert »wirtschaftspolitischen Stillstand«
Spitzenpolitiker der Bundesregierung müssen am Dienstag zum Arbeitgebertag. Was sie dort zu hören bekommen werden, dürfte ihnen nicht gefallen. Einen Vorgeschmack liefert nun Verbandspräsident Dulger.
17.10.2023, 11.09 Uhr, Spiegel Wirtschaft
"Toxische Bedingungen": Unternehmerin kritisiert Ampel-Regierung
Sarna Röser, Vorsitzende des Verbands "Die jungen Unternehmer", übte beim Sonntags-Stammtisch Kritik an der "ideologiegetriebenen Politik" der Bundesregierung.
26.6.2023, BR
"Wir reden neue Technologien zu Tode"
Stand: 04.05.2024 04:08 Uhr, Tagesschau.de
Europäische Firmen machen sich Sorgen, dass ihr Standort den Anschluss auf dem Weltmarkt verliert: Führende Manager fordern von der EU einen größeren Fokus auf Innovation und Zukunftstechnologien.
Die Stimmung in der Wirtschaft ist schlecht. Eine neue Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey zeichnet ein verheerendes Bild.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht, das ist bekannt. Aber dass sie so schlecht ist, das erschreckt dann doch: 130 Vorstände von in Deutschland tätigen Unternehmen hat die Unternehmensberatung McKinsey diesen Sommer befragt, nur zwei Prozent von ihnen glauben, dass die Erneuerung der deutschen Wirtschaft auf einem guten Weg ist
29.09.2024, F.A.S.
Aber auch andere "Leistungsträger" jammern über mangelnde Anerkennung - und vergessen die finanzielle und gesellschaftliche Aufmerksamkeit, die sie jahrelang genießen durften.
Ralf Schumacher kann nicht ertragen, dass sein Bruder Michael nicht Ehrenbürger der Stadt Kerpen wird.
Kein Mitleid! Nirgends
...die Herren und Herrinnen Manager, Unternehmer und Celebrities stehen vor den Scherbenhaufen ihrer immer nur kurzfristig ausgerichteten Erfolgsstrategien der letzten Jahrzehnte und schieben die Schuld schnellstmöglich auf andere. Und Welt, Focus und Frankfurter Allgemeine immer vorne weg. Lineares Denken in einer nichtlinearen Welt endet halt irgendwann an der Wand! Da kann man soviel Bullshitphrasen und Hochglanzbilder generieren wie man will: die Wirklichkeit lässt sich nicht mit PowerPoint-Präsentationen und Marketing-Kampagnen verbiegen.
Bevor wir den Herren und Damen Oberschlau auf den Leim gehen und die vermeintliche Regulierungswut zum Zwecke des Umwelt-, Verbraucher-, Gesundheits-, Arbeits- und Menschenschutz als alleinige Ursache für den gesellschaftlichen Niedergang akzeptieren, sollten wir ihnen mal ein paar Fragen stellen:
- Was ist mit der Regulierungswut, der ihr in euren AGBs, in euren Verträgen mit Lieferanten, euren Stellen- und Prozessbeschreibungen freien Lauf lasst?
- Ihr schimpft über staatliche Planwirtschaft. Warum macht ihr dann 5-Jahres-Gewinnpläne, die ihr gnadenlos durchsetzt, ohne veränderte gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen zu beachten?
- Wer hat die Gesetze seit der Gründung unserer Bundesrepublik formuliert und beschlossen? Wer hat diese Gesellschaft maßgeblich mitbestimmt und die öffentliche Meinung tatkräftig gestaltet? Etablierte Parteien mit Lobbyisten aus Wirtschaft, Medien und Industrie!
Wer trägt also die Verantwortung für den aktuellen Zustand?
Warum Sabine?
Zu meinem Leidwesen reiht sich jetzt auch Sabine Hossenfelder in die Reihe der Deutschland-Disser ein Video S. Hossenfelder.
Langsames Internet, schlechte Bahn, stockende E-Mobilität und unsinniger Atomaustieg sind die Themen, an denen sie sich abarbeitet.
Ihre These: Wir sind zu langsam, weil wir so perfektionistisch sind.
Nein! Wir sind so langsam, weil wir ein Land der Besserwisser und Oberlehrer sind. Wir haben zu allem eine Meinung aber riskieren nichts!
...und könnte es nicht sein, dass all das Symptome eines Niedergangs des westlichen Kapitalismus und seiner Ignoranz gegenüber allem was kein Geld einbringt sind?
Spass mit KI
Ich habe die Seite als Input für Claude genutzt, um mir eine kleine Polemik im Stile Alfred Polgars erstellen zu lassen. Hier das Ergebnis:
Die Klagenden
Eine kleine Betrachtung der deutschen Wirtschaftselite in schwerer Zeit
Es ist ein Jammer. Wirklich. Ein großer, satter, wohlgenährter Jammer.
Die Herren der deutschen Wirtschaft leiden. Man sieht es ihnen an — soweit man Leiden an Männern erkennen kann, die ihre Krawatte von einem Assistenten binden lassen. Die Umsätze gehen zurück, die Wachstumskurven zeigen in die falsche Richtung, und die Regulierungsbehörden der Europäischen Union scheinen kein Verständnis dafür aufzubringen, dass das Gedeihen der Zivilisation zuvorderst eine Frage der Rendite ist.
Man trauert mit ihnen. Man kann nicht anders.
Theodor Weimer, Vorstand der Deutschen Börse und Kenner aller Dinge, hat der Menschheit mitgeteilt, dass Work-Life-Balance und Homeoffice Deutschland zugrunde richten. Er sprach — man stelle sich das vor — beim Schäuble-Gedächtnis-S'isch over. Der Mann, dessen Berufsstand darin besteht, Zahlen in andere Zahlen zu verwandeln, ohne dabei schweißtreibend tätig zu werden, beklagt die mangelnde Arbeitsbereitschaft der Anderen. Dies nennt man in der Philosophie: Projektion. In der Wirtschaft nennt man es: Keynote Speech.
Der Motorsägenhersteller Stihl — ein Name, der immerhin für etwas Scheidendes steht — sieht den Fehler naturgemäß in der Energiepolitik. Die Atomkraftwerke hätten nicht abgeschaltet werden dürfen. Was wahr sein mag. Nur: Wer hat die letzten Jahrzehnte die Lobbyisten zu den Parteien geschickt, die Schreibtische mit Gutachten bedeckt und die öffentliche Meinung mit Werbebudgets poliert? Die Waldorfschule war es vermutlich nicht.
Stefan Messer, Herr über 4,2 Milliarden Euro Umsatz, findet die Minister der Ampelregierung zu unerfahren. Er hat recht — an Erfahrung mangelt es den Politikern. Dafür haben sie nicht dreißig Jahre lang die Gesellschaft nach den Bedürfnissen des Quartalsberichts umgebaut. Das ist ein echter Nachteil.
Und der Unternehmer Otto — nicht der Kaiser, aber immerhin — sendet uns tröstliche Grüße aus Polen, wohin seine Arbeitsplätze bereits vorausgereist sind, und empfiehlt uns, weniger zu klagen und mehr Fröhlichkeit zu zeigen. Er habe das in Afrika gesehen. Die Armen dort seien trotz allem vergnügt. Eine Beobachtung, die man — mit gebührendem Respekt vor ihrer Tiefe — als das Niederträchtigste bezeichnen möchte, was ein reicher Mann sagen kann.
Wir Deutschen neigen zum Jammern, sagt der Mann, der gerade sein Unternehmen in ein Land mit niedrigeren Löhnen verlegt hat. Und man möchte antworten: Ja. Aber nicht alle jammern über dasselbe. Manche jammern über Lohnverluste. Andere jammern über Renditeverluste. Zwischen diesen beiden Arten des Jammerns liegt, grob gesagt, die gesamte Klassenfrage.
Die eigentliche Meisterleistung dieser Herren besteht indes in einer bemerkenswerten intellektuellen Finte: Sie haben die Welt dreißig Jahre lang nach ihren Vorstellungen eingerichtet — die Gesetze lobbyiert, die Parteien finanziert, die Medien mit Anzeigen versorgt, den Staat kleingehungert, die Gewerkschaften geschwächt, die Steuern optimiert und den Begriff „Standortvorteil" zu einem moralischen Gebot erhoben — und beklagen nun, während sie auf den Trümmern stehen, die schlechte Regierungsführung. Es ist, als hätte jemand dreißig Jahre lang den Hausgärtner entlassen, das Werkzeug verkauft und den Garten zugeteert, um sich dann darüber zu wundern, dass keine Tomaten wachsen.
Lineares Denken in einer nichtlinearen Welt, hat jemand klug gesagt. Jawohl. Aber es ist nicht nur Dummheit. Es ist das Privileg der Mächtigen, die Konsequenzen ihres Handelns immer rechtzeitig auf andere abwälzen zu können. Dafür hat man schließlich Assistenten, Kommunikationsabteilungen und, im Notfall, die Frankfurter Allgemeine.
Kein Mitleid also. Nicht aus Herzenshärte. Sondern aus dem schlichten Respekt vor der Wahrheit, die sich — und das ist ihr einziges, aber unzerstörbares Talent — nicht mit PowerPoint-Folien verbiegen lässt.
Die Herren mögen klagen. Sie haben das Geld dazu. Und die Zeit. Und die Plattformen. Was sie nicht haben — was ihnen nie zur Verfügung stand und wohl auch nie zur Verfügung stehen wird — ist die Unschuld.
Die haben sie selbst aufgebraucht. In besseren Zeiten. Als noch Wachstum war.
In Erinnerung an Alfred Polgar (1873–1955), der die Mächtigen mit der Sanftheit eines Skalpells betrachtete.
