Denken mit KI

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Was also tun mit all den generierten Texten, den erweiterten eigenen Gedanken. Ich habe erfahren, dass KI ein Werkzeug für das eigene Denken sein kann. Aber ich habe auch erfahren, dass ich mich davor hüten muss, nicht im Strom der durch KI erweiterten Gedanken zu ertrinken.
Was also tun mit all den generierten Texten, den erweiterten eigenen Gedanken. Ich habe erfahren, dass KI ein Werkzeug für das eigene Denken sein kann. Aber ich habe auch erfahren, dass ich mich davor hüten muss, nicht im Strom der durch KI erweiterten Gedanken zu ertrinken.
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=Ich kanns nicht lassen=
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Auch hier war ich neugierig, was ein LLM aus diesem Text macht, wenn ich ihm die Aufgabe stelle, daraus ein Essay im Stil von Alfred Polgar zu generieren. Hier das Ergebnis:
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==Denken mit KI, oder: Die Bibliothek, die mir nachläuft==
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Es begann, wie alle großen Enttäuschungen beginnen: mit Neugier. 2023, ChatGPT. Man tippt eine Frage, und die Maschine antwortet, wie ein höflicher Beamter antwortet, der zwar alles gelesen hat, aber nichts davon verstanden, und der sich nun bemüht, durch Aufzählungspunkte den Anschein von Substanz zu erzeugen. Drei Punkte hier, drei Punkte da, "zusammenfassend lässt sich sagen" – man kennt das von Referaten in der neunten Klasse, gehalten von Schülern, die das Buch nicht gelesen, aber den Klappentext auswendig gelernt haben.
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Dann kam Claude. Und plötzlich war es, als hätte der Beamte ein Stipendium bekommen, ein Jahr in Oxford verbracht und wäre mit Allüren zurückgekehrt. Die Sätze hatten Schwung, die Quellenangaben sahen aus, als hätten sie eine Bibliothek besucht – manche hatten das sogar wirklich getan, andere waren, mit Verlaub, erfunden, aber mit einer Selbstsicherheit erfunden, die man fast bewundern musste. Eine Fußnote, die nicht existiert, aber so tut, als existiere sie, ist im Grunde die ehrlichste Form der Literaturwissenschaft.
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Ich begann, dem Gerät meine eigenen Gedanken vorzulegen – kleine, über Jahre gewachsene Skizzen, halb verstaubt, halb verschämt – und es gab sie mir zurück, aufgeblasen, garniert, in den richtigen akademischen Anzug gesteckt. Wie wenn man seinem Schneider einen alten Mantel bringt und ihn mit neuem Samtkragen, drei zusätzlichen Knöpfen und einem Zitat von Habermas zurückbekommt. Man trägt ihn aus, fühlt sich kurz bedeutend, und merkt erst beim Ausziehen, dass der Mantel eigentlich nicht mehr einem selbst gehört.
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Es war, gestehe ich, ein schönes Gefühl. Man hatte einen Gedanken, ging damit in die Bibliothek – pardon, ins Fenster – und kam mit einem Stapel Bücher zurück, die alle irgendwie zum Thema passten, manche davon tatsächlich existierend. Diskurs mit dem Anderen, hieß es immer in den Seminaren. Hier war es Diskurs mit dem Anderswo: keine Stimme, kein Gegenüber, sondern eine Art literarisches Echo, das einem nicht widerspricht, sondern einen – sehr verbindlich – ergänzt.
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Und dann die Pointe, die jeder Pointe, die das Leben für einen bereithält, würdig ist: Es ging zu schnell. Ein Text, lesbar, inspirierend, fertig in drei Minuten. Wofür man früher, wenn man Glück hatte, drei Wochen brauchte. Nur: das, was man früher in drei Wochen bekam, war nicht der Text – der Text war immer das geringste Problem –, sondern das, was beim Schreiben mit einem selbst passierte. Diese Mühsal ließ sich nicht outsourcen. Man konnte sich die Schuhe putzen lassen, aber nicht das Gehen.
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So saß ich nun vor meinen eigenen, jahrealten Gedanken, die – armes, mühsam gewachsenes Gewächs – plötzlich neben den glatten, druckreifen KI-Texten standen wie der Bauer neben dem Conférencier. Meine Gedanken waren nicht gut formuliert. Sie hatten keine Quellenangaben. Sie waren, ehrlich gesagt, oft nicht einmal originell. Aber sie waren – und das ist, fürchte ich, das Einzige, was am Ende zählt – meine.
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Was bleibt also? Ein Werkzeug, gewiss. Ein nützliches, geschmeidiges, höfliches Werkzeug, das einem zuhört, ohne zuzuhören, und antwortet, ohne zu wissen, was es sagt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht selbst zu jenem Beamten wird, der die Aufzählungspunkte irgendwann für seine eigenen Gedanken hält – und beim Ausziehen des Mantels merkt, dass darunter gar nichts mehr ist.
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{{Claude|0,5}}
[[Kategorie:KI-generiert]][[Kategorie:Ideen]]
[[Kategorie:KI-generiert]][[Kategorie:Ideen]]

Aktuelle Version vom 18:03, 13. Jun. 2026

Juni 2026

Ein Erfahrungsbericht

Als ich 2023 das erste mal ein LLM ausprobierte (ChatGPT) war dies eher entäuschend. Die Ergebnisse waren ermüdend zu lesen - Aufzählungen, Wiederholungen, langweilige Formulierungen, wenig Tiefe, viele Allgemeinplätze.

Im letzten Jahr machte ich dann erste Versuche mit Claude und war beeindruckt. Nicht nur, dass die generierten Texte reichhaltiger an Formulierungsvariationen waren. Sie lieferten auch sauber formatierte Quellenangaben, Verweise und unterschiedliche inhaltliche Aspekte zum Thema. Bei genauerer Prüfung stellten sich die Quellen zwar häufig als wenig zuverlässig - teilweise halluziniert - dar. Aber insgesamt handelte es sich nicht mehr um die simplen "Schulaufsätze", die ich von ChatGPT kannte.

Nach ersten Versuchen mit Fragestellungen zu speziellen Themen ging ich dazu über, vorhandene Gedankenskizzen und Texte aus diesem Wiki als Grundlage zu verwenden und im Prompt nur noch auf diesen Text zu verweisen. Stil und Rahmen für die inhaltliche Erweiterung gab ich im Prompt vor. Meist erforderte das nur wenige Textzeilen.

Mit diesen Vorgaben erstellte mir das KI-Modell dann weitergehende Texte mit der Einordnung in unterschiedliche Wissenschaftsgebiete und Verweisen auf bekannte Quellen. Auch wenn die Quellen nicht immer zuverlässig waren, so stellten sie zumindest einen Wegweiser oder eine Inspiration zu weiterer Vertiefung dar.

Es war als hätte ich eine Idee entwickelt, wäre damit in eine Bibliothek gegangen und hätte mir diverse Bücher, die sich mit ähnlichen Ideen beschäftigen, zusammengesucht und überflogen. Ein ähnliches Gefühl stellte sich ein, als ich die KI-generierten Texte als Erweiterung meiner eigenen Gedanken las. Es war selten nur eine Bestätigung, immer eine Erweiterung und oft auch ein Diskurs, indem gegensätzliche Positionen mitbetrachtet oder meine eigene Fehlschlüsse aufgezeigt wurden.

Es war kein Frage- und Antwortdialog, kein Diskurs mit einem "Anderen" sondern die Auseinandersetzung mit einem Thema - ähnlich dem Erarbeiten von Gedanken durch Lesen von Literatur. Ich konnte feststellen, dass diese Art der Nutzung einer KI das eigene Denken durchaus beflügeln kann.

Es zeigte sich aber auch sehr schnell, dass mit einem solcherart unterstützten Denken eine "Produktivität" möglich ist, die einer echten Auseinandersetzung mit einem Thema im Wege steht. Mit einer KI ein lesbares und inspirierendes Ergebnis zu erhalten, dauerte Minuten. Daraus aber einen wirklich intellektuellen Mehrwert für das eigene Denken zu schaffen war so mühsam wie eh und je. Man muss den Text lesen, verstehen, den Quellen nachgehen - vielleicht sogar einige wirklich lesen - und dann neu über das Thema denken, die eigenen Thesen neu bewerten, umformulieren und vielleicht neue Schlüsse daraus ziehen. All das aber braucht soviel Zeit wie Denken eben braucht. Da war keine Abkürzung mehr, die einem die KI schaffen konnte.

Und auch die Grundlagen für die generierten Texte verloren ihre Sichtbarkeit. Sie waren die Basis und oft das Ergebnis jahrelanger Überlegungen, vieler gelesener Bücher, gehörter Diskussionen und gesehener Filme. Sie waren vielleicht nicht gut ausformuliert, mit Quellen hinterlegt und oft nicht einmal besonders originell. Aber es waren meine, über Jahre gewachsenen Gedanken. Und die verschwanden hinter den Texten der KI.

Was also tun mit all den generierten Texten, den erweiterten eigenen Gedanken. Ich habe erfahren, dass KI ein Werkzeug für das eigene Denken sein kann. Aber ich habe auch erfahren, dass ich mich davor hüten muss, nicht im Strom der durch KI erweiterten Gedanken zu ertrinken.

Ich kanns nicht lassen

Auch hier war ich neugierig, was ein LLM aus diesem Text macht, wenn ich ihm die Aufgabe stelle, daraus ein Essay im Stil von Alfred Polgar zu generieren. Hier das Ergebnis:

Denken mit KI, oder: Die Bibliothek, die mir nachläuft

Es begann, wie alle großen Enttäuschungen beginnen: mit Neugier. 2023, ChatGPT. Man tippt eine Frage, und die Maschine antwortet, wie ein höflicher Beamter antwortet, der zwar alles gelesen hat, aber nichts davon verstanden, und der sich nun bemüht, durch Aufzählungspunkte den Anschein von Substanz zu erzeugen. Drei Punkte hier, drei Punkte da, "zusammenfassend lässt sich sagen" – man kennt das von Referaten in der neunten Klasse, gehalten von Schülern, die das Buch nicht gelesen, aber den Klappentext auswendig gelernt haben.

Dann kam Claude. Und plötzlich war es, als hätte der Beamte ein Stipendium bekommen, ein Jahr in Oxford verbracht und wäre mit Allüren zurückgekehrt. Die Sätze hatten Schwung, die Quellenangaben sahen aus, als hätten sie eine Bibliothek besucht – manche hatten das sogar wirklich getan, andere waren, mit Verlaub, erfunden, aber mit einer Selbstsicherheit erfunden, die man fast bewundern musste. Eine Fußnote, die nicht existiert, aber so tut, als existiere sie, ist im Grunde die ehrlichste Form der Literaturwissenschaft.

Ich begann, dem Gerät meine eigenen Gedanken vorzulegen – kleine, über Jahre gewachsene Skizzen, halb verstaubt, halb verschämt – und es gab sie mir zurück, aufgeblasen, garniert, in den richtigen akademischen Anzug gesteckt. Wie wenn man seinem Schneider einen alten Mantel bringt und ihn mit neuem Samtkragen, drei zusätzlichen Knöpfen und einem Zitat von Habermas zurückbekommt. Man trägt ihn aus, fühlt sich kurz bedeutend, und merkt erst beim Ausziehen, dass der Mantel eigentlich nicht mehr einem selbst gehört.

Es war, gestehe ich, ein schönes Gefühl. Man hatte einen Gedanken, ging damit in die Bibliothek – pardon, ins Fenster – und kam mit einem Stapel Bücher zurück, die alle irgendwie zum Thema passten, manche davon tatsächlich existierend. Diskurs mit dem Anderen, hieß es immer in den Seminaren. Hier war es Diskurs mit dem Anderswo: keine Stimme, kein Gegenüber, sondern eine Art literarisches Echo, das einem nicht widerspricht, sondern einen – sehr verbindlich – ergänzt.

Und dann die Pointe, die jeder Pointe, die das Leben für einen bereithält, würdig ist: Es ging zu schnell. Ein Text, lesbar, inspirierend, fertig in drei Minuten. Wofür man früher, wenn man Glück hatte, drei Wochen brauchte. Nur: das, was man früher in drei Wochen bekam, war nicht der Text – der Text war immer das geringste Problem –, sondern das, was beim Schreiben mit einem selbst passierte. Diese Mühsal ließ sich nicht outsourcen. Man konnte sich die Schuhe putzen lassen, aber nicht das Gehen.

So saß ich nun vor meinen eigenen, jahrealten Gedanken, die – armes, mühsam gewachsenes Gewächs – plötzlich neben den glatten, druckreifen KI-Texten standen wie der Bauer neben dem Conférencier. Meine Gedanken waren nicht gut formuliert. Sie hatten keine Quellenangaben. Sie waren, ehrlich gesagt, oft nicht einmal originell. Aber sie waren – und das ist, fürchte ich, das Einzige, was am Ende zählt – meine.

Was bleibt also? Ein Werkzeug, gewiss. Ein nützliches, geschmeidiges, höfliches Werkzeug, das einem zuhört, ohne zuzuhören, und antwortet, ohne zu wissen, was es sagt. Man muss nur aufpassen, dass man nicht selbst zu jenem Beamten wird, der die Aufzählungspunkte irgendwann für seine eigenen Gedanken hält – und beim Ausziehen des Mantels merkt, dass darunter gar nichts mehr ist.


Der Text wurde mit Hilfe des LLM Claude erstellt. Der Aufwand für die Erstellung beschränkte sich auf die Vorgabe eines Textes aus diesem Wiki oder der Formulierung einer Frage und betrug ca. 0,5 h ohne Prüfung der Richtigkeit der Quellen.

Bitte beim lesen daran denken: Ideen, Formulierungen und stilistische Elemente sind nicht das Ergebnis eines individuellen künstlichen Geistes und seiner Welterfahrung, sondern die Aggregation aus den Werken von Millionen kluger, realer Menschen!

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