Autonome Waffen

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Hans Dampf (Diskussion | Beiträge)
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Version vom 13:28, 6. Jun. 2026

Heute (Juni 2026) in Deutschlandfunk Kultur ein Journalistengespräch über autonome Waffen gehört. Dabei poppten bei mir sofort ein paar Fragen auf. Ein Journalist kollportierte die Meinung von Militärexperten: wenn der böse Feind autonome Waffen hat, müssen wir auch welche haben, um mit der gleichen Geschwindigkeit reagieren zu können (angeblich gibt es dafür einen "Fachbegriff": Kill-Chain).

Dabei wird unterstellt, dass autonome, mit KI ausgestattete Waffen die Zeit für eine militärische Einsatzentscheidung verkürzen. Aber tun sie das? Tatsächlich können sie reflexhaft schnell auf komplexe Informationsmuster reagieren, auf die sie trainiert wurden. So wie ein Soldat reflexhaft auf eine Bewegung, einen Schatten oder etwas anderes reagiert und schießt. Das kann bei der Abwehr von Angriffen sinnvoll sein.

Das hat aber nichts mit einer überlegten, strategischeen Einsatzentscheidung zu tun. Die beruht normalerweise - bei Menschen - auf dem Austausch von Interpretationen vorliegender Informationen und ggf. dem Überdenken und Einholen weiterer Informationen. Solche Entscheidungswege wären auch bei einer KI unvorhersehbar langsam. Sobald sie jedoch reflexhaft schnell konzipiert werden, verlieren sie ihren strategischen Wert.

Israel hat bei seinen Vergeltungsaktionen im Gaza-Streifen angeblich KI eingesetzt, um aus vorhandenen Informationsmustern vermeintliche gegenerische "Ziele" - also Menschen, die man der HAMAS zurechnete - zu identifizieren und umgehend durch Bombardements auszulöschen.

Wie gut die KI bei ihrer Identifikation war, weiss man nicht. Eine Lernschleife gibt es nicht im Krieg - wenn das Gebäude weggebombt wurde, fragt niemand danach, wieviele Zivilisten für einen vermeintlichen HAMAS-Kämpfer geopfert wurden oder ob überhaupt ein HAMAS-Kämpfer in dem Gebäude war. KI hat immer recht. Die Nutzung von KI im Krieg ist weniger ein Möglichkeit, die Präzision von militärischen Einsätzen zu erhöhen, sondern sie dient mehr dazu, das Leid des Krieges zu verscheiern und die Verantwortung dafür unsichtbar zu machen.

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